Innovationsbühne

Innovationsbühne

Das Startup „Innovationsbühne“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Digitalisierung in Deutschland voranzubringen und Unternehmen dabei zu unterstützen, startklar für die Zukunft zu werden.

„Wir sind die Weddingplanners der Digitalisierung“, Vanessa Schleicher, Innovationsbühne.

Die Gründerin: Hat sich ihre eigene Jobbeschreibung geschaffen

Vanessa Schleicher ist die Gründerin der Innovationsbühne. Nach einer Ausbildung zur Industriemechanikerin hat sie Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau an der Hochschule Kaiserslautern studiert. Ihre Nebenjobs zeigten Vanessa vor allem was sie nicht wollte und keine der Jobbeschreibung im Bereich Personalentwicklung, Marketing & Digitalisierung passte auf alle ihre Interessen. Als sie schließlich bei Porsche arbeitete erinnerte sie sich an die Worte von Gründer Ferdinand Porsche: „Ich konnte den Sportwagen meiner Träume nicht finden, also habe ich ihn selbst gebaut.“ – Da entschied Vanessa, ihren Traum von der Selbständigkeit, den sie schon als Schülerin hatte, zu verwirklichen: Sie schuf ihr eignes Startup, die Innovationsbühne.

Idee & Gründung: Vanessa vereint Agentur und Talentpool

Normalerweise bekommt man eine Personalberatung oder eine IT-Dienstleistung, aber selten beide Leistungen in einem Rundum-Sorglos-Paket. So hat Vanessa die Frage beschäftigt, wie sie ein Cluster mit verschiedenen Startups bilden kann, um gemeinsam kombinierte Leistungen anzubieten. Die Innovationsbühne besteht daher aus zwei Bereichen. Der eine Teil ist eine Digitalisierungsagentur, die kleine und mittelständische Betriebe beim Online-Marketing und der Nutzung von Apps und Programmen berät. Der zweite Kernbereich ist der Talentpool der Innovationsbühne. Dieser dient der Personalvermittlung von Studierenden und Azubis zu kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Die Innovationsbühne hat hierfür in ihrem Talentpool Profile von Studierenden oder Azubis und wenn Unternehmen sich an Vanessa‘s Team wenden, um neue Kolleg:innen zu finden, „matcht“ die Innovationsbühne Arbeitskräfte mit dem Unternehmen. Auch durch die Vermittlung von Stellen für Abschlussarbeiten in Unternehmen können bereits Kooperationen entstehen.

So funktioniert‘s: Das Uhrwerk der Innovationsbühne

Wie man sich selbst in den Talentpool mit einbringen kann, ist von der Innovationsbühne ganz formlos gehalten. Interessierte können sich per Mail oder Social Media an Vanessa und ihr Team wenden und ihren Lebenslauf einsenden. Anschließend wird mit den Kunden ein Assessment-Center durchgeführt, durch das ein Profil erstellt wird. Genauso können sich Unternehmen bei der Innovationsbühne melden – natürlich ohne Assessment-Center.

Die Kunden: Die ganze Vielfalt der KMUs

Einen speziellen Kundenkreis gibt es bei der Innovationsbühne nicht. Das Portfolio reicht von einer Physiotherapiepraxis bis zu Partnern aus der Chemie- oder Automobilbranche. Bei den meisten Kunden handelt es sich um kleine Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeiter:innen. Diese Vielfalt im Kundenkreis ist genauso auf Seiten der Jobsuchenden vertreten. Von Studierenden bis zu Rentnern sind alle Altersgruppen im Talentpool vertreten. Gerade am Anfang der Gründung war es aufwendig erste Kunden zu akquirieren. Vanessa hat viel Werbung über Social Media, ihre Website und Zeitungsartikel gemacht. Mittlerweile kann sie ihren Kundenstamm durch das bereits aufgebaute Netzwerk weiter ausbreiten. Aktuell hat sie über 100 Studierende aus ganz Deutschland im Talentpool.

Die Vision: Menschen zu digitalen Transformationsprozesse weiter ermutigen

Vanessa’s Ziel ist es, mit der Innovationsbühne KMUs bei der Vorbereitung auf die digitale Zukunft zu begleiten. „Ich wünsche mir, dass alle Studierenden in Kaiserslautern die Innovationsbühne kennen und dass wir Viele in unseren Talentpool aufnehmen können“, erzählt Vanessa. In Zukunft möchte sie auch junge Gründer:innen gezielt ansprechen und ihnen Mut geben. Sie will insbesondere Frauen die Angst davor nehmen, sich selbstständig zu machen indem sie ihnen von ihrer eigenen Geschichte erzählt.

So geht es weiter: Abliefern statt Kopf zerbrechen

Ich bin gar nicht so der Mensch, der in die Zukunft blickt“, stellt Vanessa fest. Denn gerade die Corona-Pandemie hat ihr gezeigt, wie wenig Planungssicherheit für die Zukunft besteht. Stattdessen schaut sie lieber auf den aktuellen Tag und geht ihn mit vollem Engagement an. Bereits als sie DFB-Schiedsrichterin in der Bundesliga der Frauen war, hatte Vanessa die Einstellung, bei jedem Spiel ihr Bestes zu geben. So denkt sie auch heute noch: „Ich will jeden Tag aufstehen und sagen ‚heute gebe ich mein Bestes‘“. Dabei schaut sie immer, was ihr Bestes ist, wo ihre Grenze letztendlich liegt.

Der Rat aus der Innovationsbühne für andere Gründer:innen…
„Höre auf Dein Bauchgefühl und Dein Herz. Am Ende wirst Du es sonst bereuen, wenn Du Dich nur von Deinem Kopf leiten lässt und so Ideen kaputt denkst“, rät Vanessa.

Mehr über die Innovationsbühne erfährst Du auf ihrer Homepage und auf Instagram.
Innovationsbühne Logo

A+ Composites GmbH

A+ Composites GmbH

Das Technologieunternehmen revolutioniert den Tape-Markt und gibt Produkten genau dort Festigkeit, wo sie dringend benötigt wird:

„Wir möchten weiterwachsen, innovativ sein und dabei unsere Werte in den Fokus stellen“, Dr. Markus Brzeski, A+ Composites.

Der Gründer: Verfolgte eigentlich zu Beginn nicht das Ziel der Selbstständigkeit

Dr. Markus Brzeski gründete sein heutiges Unternehmen als Solopreneur. Nach seinem Maschinenbaustudium in Bremen sammelte er Praxiserfahrung im Airbus-Konzern am Standort in Bristol / Filton in Großbritannien. Von dort aus führte ihn seine Reise in die schöne Pfalz, zum Institut für Verbundwerkstoffe (IVW) an der TU Kaiserslautern, um im Fachbereich Maschinenbau bei Prof. Peter Mitschang zu promovieren. Während dieser Zeit entstand seine Gründungsidee, zu deren Ausarbeitung er viel Freiraum von Prof. Mitschang bekam. Brzeski hat sich zu Beginn nicht als Selbstständigen gesehen, aber seine damalige Idee war so innovativ, dass er Schritt für Schritt zu seiner Gründung kam.

Die Idee: Resultierte aus Missständen in Beschaffung und Preis

Brzeski hat sich in seiner Forschung am IVW mit Tapelegeverfahren befasst. Dabei ist im aufgefallen, dass die Herstellung der Tapes sehr teuer ist. Beim Tapelegeverfahren werden faserverstärkte thermoplastische Kunststoffe entlang der wirkenden Kräfte an Bauteilen befestigt. Dabei war es sehr schwer, die Materialien für diese Kunststoffe zu beschaffen, auch weil es nur wenige Hersteller gab. Diese Missstände haben Brzeski dazu bewegt, an einer günstigeren Herstellung zu forschen. So hat er eine Methode erarbeitet, um den von Fasern gestützten Verbundwerkstoff Tape effektiver und kostengünstiger herzustellen.

Die Gründung: Teambuilding war die größte Herausforderung

Die offizielle Gründung der A+ Composites GmbH erfolgte im Juni 2015. Bevor es soweit war, führte Brzeski viele Testdurchläufe am IVW durch und hatte dabei Unterstützung durch studentische Hilfskräfte und deren Abschlussarbeiten. Parallel zur Forschung meldete Brzeski sein Patent an und bekam 2014 durch die Hilfe des Gründungsbüros der TU & HS Kaiserslautern einen EXIST-Forschungstransfer. Das Förderprogramm wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgegeben und sichert dem Gründer für 18 Monate den Lebensunterhalt und finanziert Sachausgaben und Coachings. Während dieser Zeit war Brzeski in regem Austausch mit dem Gründungsbüro und dem Förderträger und musste auch einige Hürden nehmen. Seine größte Herausforderung war dabei intrinsischer Art: „Ich als Person bin nicht so der Geschäftsführertyp und es war sehr herausfordernd strategische Entscheidungen zu treffen, den Markt einzuschätzen oder Mitarbeiter zu führen“, erzählte Brzeski. So war es für ihn schwierig ein innovatives Team zusammenzustellen und Synergien zwischen der Forschung und der Praxiserfahrung seiner Mitarbeiter zu schaffen.

Die Innovation: Einfach, ressourcenschonend und kosteneffizient

A+ Composites hat es geschafft, den Herstellungsprozess von Tapematerial zu vereinfachen und erreicht so durch Zeit- und Energieersparnis eine hohe Kosteneffizienz, was wiederum zu einer nachhaltigeren Produktion führt. Auch bei einem internen Analyse stellte sich heraus, dass bei der Herstellungsmethode ungefähr 80% weniger Energie verbraucht wird als bei anderen Tapeherstellern. Ergänzend bietet A+ Composites kundenindividuelle Tapes an und unterscheidet sich so vom restlichen Markt. Mittlerweile kommt das Unternehmen auf 200 verschiedene Tapes.

Die Kunden: Sind aus der Transportindustrie sowie der Medizin- und Automobilbranche

Der Hauptkundenstamm ist in der Transport- und Logistikbranche tätig. Hier werden die Tapes für Paletten, Boxen und Tanks verwendet. In diesem Sektor hat A+ Composites wenig Konkurrenz. Große Konzerne stellen keine Produkte für die Transportbranche her, da die Bestelleinheiten für Tapes allgemein zu klein sind. Weitere Kunden finden sich in der Medizintechnik, wo die Tapes bei Prothesen und Orthesen zum Einsatz kommen. Ein weiterer, schnell wachsender Kundenstamm kommt aus der Automobilbranche. Hier ist das Tape-Material interessant, um Bauteile, die hohem Druck und hohen Temperaturen ausgesetzt sind, zu verbinden.

Die Vision: Ist von werteorientierten Wachstum und einem Standort in den USA geprägt

„Ich habe nicht die Vision einen EXIT zu machen und dadurch reich zu werden“, berichtet Markus Brzeski. Bei A+ Composites stehen vielmehr weitere Innovationen und ein gutes Betriebsklima im Vordergrund. Dabei geht Brzeski durch seine christlichen Werte mit einem positivem Beispiel voran und nutzt diese Gesinnung, um ein Unternehmen aufzubauen, das zwar wachsen soll, aber eben nicht um jeden Preis. Er sieht einen zukünftigen Standort von A+ Composites in den USA, da dort ein Wachstumsmarkt ist und sich auch die Faserhersteller für die Tapes dort befinden. Durch einen Standort in deren Nähe würde das Unternehmen die Transportwege reduzieren und die Produktion wäre noch nachhaltiger.

So geht es weiter: Von der Entwicklung zur Serienproduktion

Die Produkte werden auch zukünftig weiter auf den Kunden zugeschnitten und das Wachstum des Unternehmens soll fortschreiten. Das Team besteht mittlerweile aus 17 Mitarbeitern und wird immer größer. Seit Kurzem besitzt die Firma eine Serienanlage zur Produktion von großen Tapemengen eines Typs. Dies ist der erste Schritt, um sich weg von der Entwicklung neuer Tapes hin zur Serienproduktion zu begeben. A+ Composites war von Beginn an in Weselberg, im Südwesten von Rheinland-Pfalz, ansässig. In den nächsten Jahren wird es die Firma nach Kaiserslautern, Landstuhl oder Siegelbach ziehen, da sie an ihrem jetzigen Standort nicht mehr erweitern können.

Der Rat von Markus für Gründer:innen von heute…

Man sollte das Team in den Fokus stellen, sich vertrauen und einen guten gemeinsamen Spirit entwickeln: „Wir waren finanziell gut aufgestellt, was uns aber nichts genützt hat, als es interne Probleme gab und wir dadurch Innovationen nicht direkt im Team umsetzen konnten“, erzählt Markus Brzeski.

Mehr über A+ Composites erfährst auf ihrer Homepage.

  A+Composites

 

EVOLIME Radial Composites GmbH

EVOLIME Radial Composites GmbH

Das Startup hat die Technik und das Know-how, um zum Vorreiter in der effizienten Herstellung von Fahrrad-Laufrädern aus Carbon zu werden:

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das Rad neu zu erfinden“, Dr. Thomas Robbert, EVOLIME.

Die Gründer: Freundschaft und Job gehen Hand in Hand

Dr.-Ing. Marcel Bücker, Dr. rer. pol. Thomas Robbert und Dipl.-Ing. Valentin Hörtdörfer, sind die Gründerväter von EVOLIME. Marcel hat Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Kaiserslautern studiert und im Anschluss seine Promotion am Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe (IVW) abgeschlossen. Er ist der Initiator des Startups und begeisterte sehr schnell seinen ehemaligen Mitbewohner und langjährigen Freund Thomas von seiner Idee. Der studierte Wirtschaftsingenieur und promovierte Betriebswirt, mit Schwerpunkt im Marketing, ist durch sein Fachwissen ein Glücksgriff für das Startup. Komplettiert wird das Team von Valentin. Er bringt sein Wissen aus der Fertigungsleitung einer in Stuttgart ansässigen Firma mit in die Gründung ein. In dieser Firma lernte Valentin auch Marcel kennen. Bei EVOLIME ist Marcel der Entwicklungsleiter, Thomas kümmert sich um den kaufmännischen Bereich und Valentin hat den Hut bei der Fertigung auf.

Die Idee: Durch einen Aufruf der Automobilindustrie entfacht

Die Idee zur Technologie von EVOLIME entstand im Jahr 2017. Auslöser war ein Aufruf der deutschen Automobilindustrie, nach Methoden und Verfahren zu suchen, leichte Automobilfelgen aus Faser-Kunststoff-Verbund (FKV) effizient, schnell und entsprechend kostengünstig herzustellen. Marcel, der ein ähnliches Thema bereits in seiner Promotion behandelte, begann daraufhin ein vollautomatisiertes Verfahren zu entwickeln. Gemeinsam mit Thomas und Valentin entstand der Gedanke, das Verfahren zu kommerzialisieren und an den Markt zu bringen. Aus Zulassungs- und Vermarktungsgründen entfernte sich das junge Startup aber von der Entwicklung einer Automobilfelge hin zu der Herstellung von Fahrradlaufrädern aus Faserkunststoffverbund. „Die Akzeptanz für den Werkstoff Carbon ist in der Radbranche wesentlich höher und das erleichtert uns den Einstieg“, erläutert Thomas.

Die Gründung: Hat sogar eine Cyberattacke überstanden

Im Gründungsprozess hat das Team inzwischen die ersten Prototypen entwickelt. Ermöglicht wurde dies durch eine Bundesförderung im Rahmen des EXIST-Programms. Durch den am IVW angesiedelten Forschungstransfer profitierten die Gründer von April 2019 bis zum Sommer 2021 davon. Durch die Förderung werden vier Personalstellen sowie Sachkosten finanziert. Trotz des guten Starts wurde das Team im März 2020 mit völlig unvorhersehbaren Hürden konfrontiert. Das Institut, in dem die Gründer zurzeit an ihrer Innovation arbeiten, wurde zum Opfer einer Cyberattacke direkt gefolgt vom ersten Corona-Lockdown. Die Vorfälle verlangsamten zwar den Fortschritt von EVOLIME, hatten aber auch etwas sehr Positives: die Gründer haben sich gemeinsam dieser Herausforderung gestellt und sie überwunden – eine Tatsache, die das Team zusammengeschweißt hat. Sie mussten lernen mit schwierigen Situationen umzugehen und werden davon wohl auch für den Rest ihrer Zusammenarbeit profitieren. Während der Gründung haben ihnen dabei auch die Gespräche mit dem Gründungsbüro der TU & HS Kaiserslautern und mit anderen Startups aus dem IVW sehr geholfen.

Die Innovation: Eine neue Technologie, die durch Automatisierung Zeit und Kosten reduziert

Die aktuelle Herstellung von Carbon-Laufrädern ist im Vergleich zur Herstellung von Lenker, Sattelstütze oder Fahrradrahmen sehr komplex und erfordert noch viele Arbeitsschritte, die von Hand durchgeführt werden. Das macht die Herstellung zeitintensiv und teuer. Hinter EVOLIME steht eine neue Technologie, mit der Radstrukturen aus Carbon oder anderen Faser-Kunststoffverbunden besonders schnell und effizient hergestellt werden können. Das System beruht auf einem Nasswickelverfahren, bei dem die Fasern automatisiert auf kleine Formteile aufgewickelt und dabei gleichzeitig zu Radstrukturen umgeformt werden. Zunächst stellt ein 3D-Drucker Formen aus ökologisch abbaubarem Kunststoff her, die auf einer rotierenden Werkzeugplatte mit einem Faserband umwickelt werden. Nachdem der Kunststoff ausgehärtet ist, werden die Formteile entfernt und die Speichen sind fertig.

Die Kunden: Ambitionierte Sportler und Profiteams aus der Fahrradbranche

Als Absatzmarkt strebt EVOLIME zunächst ganz klar die Fahrradbranche an. Dabei spricht EVOLIME sowohl Teams aus dem professionellen Bereich als auch ambitionierte Hobby-Sportler an. Der Werkstoff Carbon ist bei Rennrad- sowie Mountainbike-Laufrädern sehr gefragt. Sie kommen bei der Tour de France und auch bei MTB-Marathons zum Einsatz. Bei beiden Disziplinen ist ein extrem leichtes Sportgerät von Vorteil.

Die Vision: Das leichteste Laufrad der Welt entwickeln

„Unsere Vision ist es, das leichteste Laufrad der Welt zu entwickeln“, erzählt Thomas. Dazu muss das Team zunächst Akzeptanz am Fahrradmarkt erlangen. Dabei wird auf einen soliden Start mit Testkunden hingearbeitet, um auf dieser Basis weiterzuwachsen, Arbeitsplätze zu schaffen und ein attraktiver Arbeitgeber für sich und andere zu sein. Am Anfang wird EVOLIME mit einer Hand voll verschiedener Laufradtypen arbeiten, danach sollen ganze Produktreihen entstehen und internationales Sourcing soll im Vertrieb eine größere Rolle spielen.

So geht es weiter: Regionales Wachstum und Messebesuche sind geplant

Aktuell steht EVOLIME kurz vor der Marktreife, an der das Team nun seit zwei Jahren arbeitet. Ziel ist es, Vorserien im Sommer 2021 fertigzustellen und diese auf der globalen Messe EUROBIKE einem breiten Publikum vorzustellen. Die Gründer von EVOLIME fühlen sich in der hiesigen Region sehr wohl und schätzen die Studien- und Arbeitsbedingungen. So soll der neue Firmensitz in Freinsheim an die Weinstraße errichtet werden. Finanziell ist ein organisches Wachstum geplant und alle Anteile sollen, ohne Venture Capital, bei den Gründern bleiben.


Der Rat von EVOLIME für Gründer:innen von heute…

Eine offene Fehlerkultur ist absolut wichtig. Insbesondere, wenn man im Team gründet muss man Fehler verzeihen können und weitermachen. Außerdem muss man von der Idee mit der man gründen möchte überzeugt sein: „Verfolgt eure Idee vehement, aber bleibt trotzdem kritisch.“

Mehr über EVOLIME erfährst Du auf ihrer Homepage und Social Media:

@EVOLIME – Radial Composites
@EVOLIME GmbH

Evolime

insight.out

insight.out

Das Startup verbindet in der testbasierten Diagnostik psychologische Auswertungen mit den Vorteilen der Digitalisierung:

„Wir wollen weiterwachsen und die Diagnostik verbessern“, Andreas Schneider, insight.out.

Die Gründer: Ein interdisziplinäres Team aus der Wissenschaft

Die vier Gründer von insight.out sind Dr. Franca Rupprecht, Andreas Schneider, Jan Spilski und Matthias Streuber. Sie haben sich durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) kennengelernt. Mit in die Gründung bringen sie Expertise aus den Bereichen Informatik, Psychologie und den Wirtschaftsingenieurwissenschaften, um die Zukunft der Testverfahren in der Diagnostik digital zu gestalten.

Die Idee: Aus Rupprecht‘s Promotion entstanden

Die Gründungsidee hat sich während der Promotion zur Mensch-Maschine-Interaktion von Franca Rupprecht, in gemeinsamen Projekten mit Andreas Schneider entwickelt. In einem dieser Projekte sind sie auf das Thema psychologische Testverfahren aufmerksam geworden. Zu diesem Zeitpunkt kam der dritte Gründer, Jan Spilski (Dipl.-Psych.), mit ins Spiel und das Team stellte fest, dass die Tests bislang nur in Papierform in Praxen vorlagen. So begann die Digitalisierung der Tests und die Gründer fanden heraus, dass genau an der Schnittstelle von analog zu digital ein sehr großer, noch nicht befriedigter, Bedarf ist. Diese Lücke möchte insight.out mit der eHealth-Plattform „test.box“ schließen. Auf dieser können Mediziner und Therapeuten psychologische Testverfahren durchführen und zu jeder Zeit darauf zugreifen. Die Tests werden auf der Plattform automatisch ausgewertet und visuell aufbereitet. Um zu einem umfassenden Bild des Patienten zu gelangen, besteht die Möglichkeit zusätzliche Daten über die Person zu erfassen.

Die Gründung: Schneider‘s Motivation und Spilski‘s Inspiration waren der Motor

Mitte 2018 kam von Andreas Schneider der erste Impuls zur Gründung. Schrittweise entstand Kontakt zum Gründungsbüro TU & HS Kaiserslautern und zum Business + Innovation Center Kaiserslautern, von denen die Gründungsinteressierten Hilfe bekamen und beraten wurden. Schneider und Rupprecht hatten dabei den Vorteil, dass sie an der TU Kaiserslautern angestellt waren und so nach der Arbeit im gemeinsamen Büro an ihrer Idee tüftelten. Der Entschluss zur Gründung wurde Anfang 2019 von Rupprecht, Schneider und Spilski gefasst. Der vierte im Bunde, Matthias Streuber, arbeitete nach seinem Abschluss an der TUK zunächst als Informatiker bei einem Kaiserslauterer Software-Unternehmen, verließ dieses aber, um mit seinen in der Praxis erweiterten Kompetenzen, seine beiden ehemaligen Kommilitonen zu unterstützen. Mit der Frage „Wie geht es jetzt weiter und wer bezahlt mir eigentlich die Brötchen?“, ist das Team erneut an das Gründungsbüro herangetreten. Mit der Hilfe von Katharina Neitzel hat das Team sich auf ein EXIST-Gründerstipendium beworben und erhalten. Das Förderprogramm wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgegeben und sichert den Gründern über ein Jahr den Lebensunterhalt, finanziert Sachausgaben und Coachings.

Die Innovation: Von Stift und Papier zur digitalen All-in-one-Lösung

Das bisher in der Diagnostik übliche Stift-und-Papier-Verfahren nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und oftmals sind Testunterlagen, die gerade gebraucht werden, nicht greifbar. Durch das Schaffen der Plattform „test.box“ ist alles an einem Ort verfügbar und die Durchführung der Tests ist mit wenigen Klicks auf jedem Endgerät möglich. Die automatisierte Auswertung führt zu einem enormen Zeitersparnis. Testungen über die Distanz und bei den Patienten zu Hause sind so ohne größere Lizenzen oder Abonnements möglich. Dies führt dazu, dass Kosten eingespart werden, der Therapeut Zeit für die eigentliche Behandlung am Patienten gewinnt und das Angebot von insight.out auch für kleine Praxen erschwinglich ist.

Die Kunden: Erstrecken sich durch die gesamte Gesundheitsbranche

Der Bedarf ist groß und beginnt in der Psychosomatik, bis hin zu Praxen der Ergotherapie, im Bildungswesen und in der Pharmazie. Der Fokus liegt auf Kunden in der Medizinbranche, Psychologen, Psychotherapeuten und der großen Gruppe der Gesundheitsberufe wie Ergotherapeuten, Logopäden oder Lerntherapeuten. Alle die eine fundierte Diagnostik durchführen möchten, um ihre Therapie zu verbessern sind bei dem Startup an der richtigen Adresse.

Die Vision: Einen ganzheitlichen Prozess etablieren, statt Einzellösungen

insight.out möchte die bestmögliche Diagnostik, bezahlbar und qualitativ hochwertig, bis in die kleinste Praxis bringen. Dabei verfolgen sie einen ganzheitlichen Gedanken, von der Testentwicklung bei den Forschenden bis hin zum Patienten, der wissen und verstehen muss was mit seinen Daten passiert und wie diese erfasst werden. Langfristig sieht das Startup sich nicht nur in der Diagnostik, sondern auch in der Intervention und Prävention. So soll der Übergang vom reinen Fragebogentest in komplexere Testverfahren ausgeweitet werden, um noch mehr Erkenntnisse ableiten zu können.

So geht es weiter: 2021 sind der Produkt-Release und die erste Finanzierungsrunde geplant

insight.out besteht heute aus einem zehnköpfigem, interdisziplinärem Team aus Informatikern und Sozialwissenschaftlern und Psychologen. Gemeinsam entwickeln sie die „test.box“ weiter und arbeiten an Datenschutzkonzepten und der erhöhten Datensicherheit, die Medizinprodukte verlangen. Im Jahr 2021 stehen dem Startup zwei große Schritte bevor. Zum einen der Produkt-Release, denn zurzeit befindet sich die „test.box“ noch in der Betaphase und die erste größere Finanzierungsrunde. Einen großen Innovationsschub wird auch die geplante Einbindung neuer Technologien, wie Eyetracker und Sensorikstifte, bringen.


Der Rat von insight.out für Gründer:innen von heute…

Patentrezepte für eine Gründung gibt es nicht, jeder Fall ist individuell. Man sollte möglichst früh zum Kunden gehen und folgendes hinterfragen: „Wird das, was ich entwickele überhaupt gebraucht, schafft es Mehrwert und kann es bestehen?“. Am besten fokussiert man sich auf eine Sache und macht nicht alles gleichzeitig.

Mehr über insight.out erfährst Du auf ihrer Homepage und Social Media:

 @Insight.out GmbH
 @Insight.out GmbH
 @insight.out GmbH
 @Insight.out GmbH

Insight.out GmbH

 

 

viamon Gmbh

viamon Gmbh

Das Startup viamon produziert einen sensorbasierten Diebstahlschutz und sichert damit Photovoltaik-Anlagen weltweit, im Wert von ca. 1,5 Milliarden Euro. „Glaub an Dich, Dein Projekt und Deine Firma und gib niemals auf!“, Oliver Strecke, viamon GmbH.

Das Gründerteam: Als Lebenspartner zum eigenen Business

Durch seine Partnerin inspiriert hat es Oliver Strecke bereits 2004 in die Selbstständigkeit verschlagen. Er ist gelernter Schlosser und studierter Wirtschaftsingenieur mit einem Abschluss an der Hochschule Kaiserslautern. Basierend auf diesem Abschluss gründete er zunächst das Ingenieurbüro Browsertec. Mit seinen Erfahrungen aus dieser Unternehmung folgte nach einiger Marktforschung, Finanzplanung und Durchführung von Pilotprojekten in Namibia, Deutschland und der Schweiz, 2013 die Gründung der viamon GmbH. Seine Frau und Co-Founderin, Christina Strecke, hat Oliver Strecke dabei von Anfang an durch ihre Erfahrungen als Gründerin und Webdesignerin unterstützt.

Die Idee: Inspiriert durch ein beiläufiges Gespräch

Die Unternehmens-Idee entwickelte sich durch die Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Versicherungswirtschaft. Aus reinem Zufall ergab sich ein Gespräch über den Missstand der Sicherung von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen). Bislang gab es keinerlei Systeme zur Sicherung der Anlagen, so dass in der Vergangenheit bis zu 20 Kilogramm schwere Solarmodule entwendet wurden, ohne die Möglichkeit auf eine effiziente Verfolgung des Diebesguts. Nach einer langen Prüfung der Zukunftsfähigkeit und Skalierbarkeit des Solarmarktes, begann Strecke sein eigenes Sicherheits-System zu entwickeln. Nach seinen eigenen Worten hat er sich zuvor niemals in der Solarindustrie gesehen, aber ganz sicher als Selbstständiger und so diese, sich zufällig ergebende, Chance genutzt.

Die Gründung: Ein leeres Büro und ein Kopf voller Ideen

Nachdem klar war, dass die Herstellung von Sicherheitssystemen für PV-Analgen ein zukunftsfähiger Markt ist, begann Oliver Strecke ein Team zusammenzustellen und ein eigenes Produkt zu entwickeln. Strecke und sein Team begannen mit einem leeren Büro und einem Kopf voller Ideen. Dabei hat die Gründung der viamon GmbH etwa drei Jahre gedauert und war von Messebesuchen, der Suche nach Finanzierungen und dem Ausarbeiten von verschiedenen Businessplänen geprägt. Über Allem stand der intrinsische Antrieb, in die Freiheit der Selbstständigkeit einzutauchen. So richtig in die Gänge kam das Vorhaben mit der Unterschrift unter dem ersten Darlehensvertrag, der den finanziellen Start ermöglichte. Dabei waren für Strecke die Gründungsgeschichten der Firmen „Mobotix“ und „Wipotec“ eine große Inspiration.

Die Innovation: First Mover ohne Fast Follower

„Unternehmertum heißt für mich, Probleme erkennen und lösen, dort wo es noch keiner macht“, erzählt Strecke. Tatsächlich ist die viamon GmbH im Bereich der Sicherheitstechnik für PV-Anlagen bis heute der „First Mover“ und hat noch keinen „Fast Follower“ zu verzeichnen. Es gibt zwar andere Wettbewerber, aber diese stellen Einzelkomponenten wie Kameratechnik, Infrarottechnik- und Lasertechnik her. Die viamon GmbH hat sich derzeit als einziger Full-Service-Objektschützer etabliert und somit sind Strecke und sein Team die einzigen, die Solarmodule, Wechselrichter und Kabel inklusive der Alarmverfolgung und Aufklärung der gesamten PV-Anlage schützen. Das Herzstück des Unternehmens ist das hauseigene TRAPS-System. TRAPS bedeutet Theft, Recon und Access Protection System. Das System dient der Täter-Abschreckung, der Aufdeckung und Aufklärung der Sicherheitslage rund um den Diebstahlversuch sowie der weltweiten Täterverfolgung. So bekommt ein Solarparkinhaber den gesamten Objektschutz aus einer Hand und mit viamon einen Partner, der langfristig an dem Gesamtkonzept arbeitet.

Die Kunden: Kommen immer aus zwei Lagern

Bei jedem zu versichernden Solarpark gibt es mindestens drei Kundensparten: die Finanzinvestoren, die Errichter des Solarparks und die Anlagenbetreuer, welche für die ganze Betriebsphase meist 20 bis 25 Jahre zuständig sind. Dadurch ergibt sich auch bei jeder Abwicklung ein komplexes Vertragsverhältnis, in welchem Oliver Strecke mit den jeweiligen Parteien kooperieren und zwischen ihnen vermitteln muss. Schließlich baut und verwaltet nicht der Investor den Park, sondern er kauft einen fertigen Park oder beauftragt eine Firma diesen zu bauen und setzt einen Anlagenbetreuer ein. Die Firma, welche den Bauauftrag erhält, kauft wiederum das Sicherheitssystem.

Die Vision: Ein neues Projekt starten, sobald viamon zur Cashcow wird

Oliver Strecke möchte seine Firma auf den Weg zur Marktführerschaft bringen, was ein zehnfaches Wachstum bedeutet. Dabei ist sein persönliches Ziel allerdings von anderer Natur. Er möchte irgendwann auf dem Weg zum Erfolg eine andere Abzweigung nehmen und aus der Firma aussteigen. Strecke sieht sein Talent und seinen persönlichen Spaßfaktor darin, eine Firma aufzubauen und durch die kritische Phase zu bringen. Wenn viamon in das Stadium der Cashcow übergeht und erheblichen Gewinn abwirft, dann soll ein neuer Geschäftsführer das Wachstum weiter vorantreiben. Ab diesem Zeitpunkt möchte Strecke mit einigen Mitarbeiter:innen etwas Neues gründen und sogar den Schritt in einen völlig anderen Markt wagen.

So geht es weiter: Wachstum und eine neue Wirkungsstätte sind geplant

Die viamon GmbH versichert mittlerweile Solaranlagen im Wert von 1,5 Milliarden Euro und der Anlagenbau reißt nicht ab. Die Firma besteht jetzt seit acht Jahren und Oliver Strecke ist an einem Punkt, an dem er mit seiner Firma stabile Gewinne erzielt. Damit das so bleibt, arbeitet er bereits jetzt am Businessplan für das Jahr 2023. Insgesamt hat die Firma 20 Mitarbeiter:innen, für die es in den jetzigen Räumlichkeiten langsam eng wird. Somit ist es nicht verwunderlich, dass das nächste große Projekt der Auszug aus dem Business + Innovation Center Kaiserslautern (BIC) ist. Jetzt müssen eigene Bürogebäude mit angeschlossenen Lagermöglichkeiten her. Dieses Unterfangen kalkuliert Strecke mit einer Millioneninvestition. Neben dem Umzug plant er auch die Anteile von viamon am Solarmarkt zu erhöhen, denn zurzeit verzeichnet dieser ein Wachstum von 10 bis 20 Prozent, von welchem der Firma jedoch lediglich ein Anteil von zwei bis drei Prozent zufällt.
  Der Rat von Oliver Strecke für Gründer:innen von heute… Man sollte vertrieblich unterwegs sein, fremde Türen aufmachen und ganz klassisch, oder eben digital, Klinken putzen. So findet man heraus, wer das angebotene Produkt haben möchte. Momentan ist die Zeit zum Gründen perfekt, denn das Geld ist sehr billig: „Zum Gründen braucht man immer Geld und damit sollte man sich komfortabel fühlen, denn man muss es auch ausgeben.“

Mehr über die viamon GmbH erfährst Du auf ihrer Homepage und auf ihren Social Media
@viamon GmbH
@viamon_gmbh
@viamon GmbH
 

LUBIS EDA

LUBIS EDA

Das Startup möchte die bestehenden Prozesse in der Entwicklung von Computerchips revolutionieren und siedelt sich in der Electronic Design Automation (EDA) Branche an:

„Im Prinzip werden Computerchips seit ungefähr 30 Jahren gleich entwickelt. Methodisch hat sich bisher wenig verändert. LUBIS EDA bietet eine neue Methodik für die Entwicklung von Chips, um auf diese Art und Weise die Entwicklung nachhaltig zu verbessern.“, Tobias Ludwig, LUBIS EDA.

Die Gründer: Teamgeist und Fachexpertise gehen Hand in Hand

Das vierköpfige Team besteht aus Tobias Ludwig, Michael Schwarz, Dr. Max Birtel und Tim Burr. Ludwig und Schwarz kennen sich bereits aus ihrem Studium an der Technischen Universität Kaiserslautern. Durch Zufall kam es im Anschluss an das Studium zu einer gemeinsamen Promotion am Lehrstuhl für Entwicklung informationstechnischer Systeme, im Fachbereich Elektro- und Informationstechnik (EIT) bei Prof. Wolfgang Kunz. Birtel hat im Bereich Industrie 4.0 am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) promoviert. Er bereichert die Truppe durch sein Wissen rund um die Themen Projektanträge und Finanzierung. Als letztes ist Burr als Softwareentwickler dazugestoßen. Er hat sich auf eine Ausschreibung des bisherigen Teams beworben und konnte durch seine Motivation und Fachexpertise überzeugen.t der Inhalt hin

Die Idee: Entstand auf der Suche nach Innovation

Ludwig ist mit einem Traum an seine Promotion herangegangen: er wollte an einem Thema arbeiten, welches wissenschaftlich relevant ist und die Tür für zukünftige Innovationen öffnet. Ziel war es selbst ein Produkt zu entwickeln, dass in der Wirtschaft angenommen wird. Mit diesem Mindset hat er am Lehrstuhl für EIT den damaligen Doktoranden Joakim Urdahl kennengelernt, der auf theoretischer Basis den Grundstein für die heutige Innovation von LUBIS EDA legte. Nach Urdahl‘s Inspiration hat Ludwig sich mit Schwarz zusammengetan, um aus der Idee eine Firma zu machen.

Die Gründung: Ermöglicht durch Backup aus der Lehre und Fördergeldern

Das Gründungsvorhaben entstand 2018. Tobias Ludwig und Michael Schwarz erhielten starke Unterstützung von ihrem Lehrstuhl, indem sie ihre Promotion auf die Gründung ausrichten konnten und Masterarbeiten betreuten, die das heutige Produkt evaluiert haben. Durch Industriekontakte und ihre veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten, erhielten die beiden regelmäßig industrielles Feedback zu ihrer Produktentwicklung. Da beide Ingenieure sind, war es für sie aber noch nicht wirklich greifbar, wie man eine Gründung überhaupt angeht. Auf ihrer Suche haben sie die Förderung EXIST-Forschungstransfer, des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), entdeckt und schnell festgestellt, dass sie zur Antragsstellung betriebswirtschaftliche Unterstützung benötigen. So kam Max Birtel ins Spiel. Schrittweise entstand auch Kontakt zum Gründungsbüro TU & HS Kaiserslautern und zum Business + Innovation Center Kaiserslautern, von denen die Gründungsinteressierten Hilfe bekamen und beraten wurden. So konnten sie im Juli 2019 den Antrag für den EXIST-Forschungstransfer einreichen und erhielten Ende 2019 die Zusage. Seit Oktober 2020 bekommen sie vier Personalstellen sowie für Sachausgaben für 18 Monate finanziert. So kann das Team sich voll auf ihr Startup konzentrieren.

Die Innovation: Eine Software verkürzt die Entwicklung von Computerchips

Durch innovative Methodik wird die Design- und Verifikationsphase in der Entwicklung von Computerchips verbessert. Eine kürzere Entwicklungszeit entsteht. Dadurch siedelt sich LUBIS EDA im Deep Tech Startup Bereich an. Durch diese Software verkürzt sich die Entwicklungszeit, was speziell im Bereich der Chipentwicklung sehr relevant ist, da die Branche sehr Time-To-Market getrieben ist: Der Chiphersteller, der sein Produkt als erstes auf den Markt bringt, kann den größten Teil des Profits ausschöpfen. LUBIS EDA weist zurzeit drei Produkte vor: LUBIS Concilium, das Basisprodukt liest das abstrakte Chip-Modell ein und analysiert es, LUBIS Primis generiert ein detaillierteres Modell aus der Analyse und LUBIS Veritas erstellt automatisiert Testszenarien für das neue Chipdesign.

Die Kunden: Apple, Infineon, Intel und AMD

Zu den Kunden zählen alle großen und kleinen Entwickler von Microchips. Die Software wird innerhalb der Firma von denjenigen, die abstrakte Modelle entwickeln, die auf dem Computer simuliert werden, eingesetzt. Dabei besteht konkreter Kontakt zu Personen, die sich in der digitalen Welt der Entwicklung befinden, wie Systemarchitekten, die den Aufbau des Chips gestalten und Register-Transfer-Level (RTL)-Designer, die sich mit der Beschreibung der Hardware auseinandersetzen. Weitere Gespräche mit Verifikationsingenieuren haben stattgefunden, die das Design des Chips im Anschluss verifizieren, also auf Fehlerfreiheit prüfen müssen.

Die Vision: Einen ganzheitlichen Prozess etablieren, statt Einzellösungen

Im Prinzip werden Computerchips seit ungefähr 30 Jahren gleich entwickelt. Methodisch hat sich bisher wenig verändert. LUBIS EDA bietet eine neue Methodik für die Entwicklung von Chips, um auf diese Art und Weise die Entwicklung nachhaltig zu verbessern. Die Entwicklung und Verfügbarkeit von Computerchips wird in Zeiten der Digitalisierung zunehmend wichtiger und das Team möchte mit ihrer Innovation dabei helfen. Um diese Vision zu realisieren sind die Gründer auf der Suche nach Pilotkunden. Die Suche gestaltet sich gerade im Deep-Tech-Bereich schwierig, da Unternehmen nur ungern Teile ihrer Prozesse verändern. Unternehmen benötigen hier oft administrative Vorlaufzeit, bis ein Projekt wirklich starten kann. Aber wenn diese Hürde erstmal genommen ist, entstehen sehr viele Möglichkeiten.

So geht es weiter: Im Fokus stehen der Spinoff, das Pilotprojekt und der erste Kunde

Das Team plant am 01. Juli 2021 ihren offiziellen Spinoff, denn zurzeit agieren sie noch als Abteilung an der TU Kaiserslautern. Zu diesem Zeitpunkt möchten sie ihre eigene GmbH gründen und als Firma agieren. Ein weiteres Ziel für 2021 ist es mindestens ein Pilotprojekt abzuschließen, um die Produkte von LUBIS EDA im industriellen Flow zu erproben. So soll Feedback für die nächsten Projekte generiert werden. Die Gründer gehen diese Meilensteine mit dem Wissen an, dass ihr Tool weiterentwickelt werden muss und die Entwicklung nie aufhört. In 2022 steht für sie ganz klar der erste Kunde im Fokus. Tobias Ludwig und sein Team möchten ihr Tool per Downloadlink anbieten, den der Kunde sich herunterlädt und nach einem Schulungstag einsetzen kann.

 

Der Rat von LUBIS EDA für Gründer:innen von heute…

Durch viele Podcasts und mehr Feedback als man eigentlich braucht, bekommt man schnell ein Gefühl für die eigenen Ideen. LUBIS EDA hat dabei aber vor allem den Fokus auf das gemeinsame Arbeiten: „Das Team ist alles, suche dir frühzeitig dein Team zusammen und nutze dein Feedback gut“.

Mehr über LUBIS EDA erfährst du auf ihrer Homepage und Social Media:
@LUBIS EDA
@lubiseda
@LUBIS EDA
@Lubis EDA
@Lubis-EDA