EVOLIME Radial Composites GmbH

EVOLIME Radial Composites GmbH

Das Startup hat die Technik und das Know-how, um zum Vorreiter in der effizienten Herstellung von Fahrrad-Laufrädern aus Carbon zu werden:

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das Rad neu zu erfinden“, Dr. Thomas Robbert, EVOLIME.

Die Gründer: Freundschaft und Job gehen Hand in Hand

Dr.-Ing. Marcel Bücker, Dr. rer. pol. Thomas Robbert und Dipl.-Ing. Valentin Hörtdörfer, sind die Gründerväter von EVOLIME. Marcel hat Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Kaiserslautern studiert und im Anschluss seine Promotion am Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe (IVW) abgeschlossen. Er ist der Initiator des Startups und begeisterte sehr schnell seinen ehemaligen Mitbewohner und langjährigen Freund Thomas von seiner Idee. Der studierte Wirtschaftsingenieur und promovierte Betriebswirt, mit Schwerpunkt im Marketing, ist durch sein Fachwissen ein Glücksgriff für das Startup. Komplettiert wird das Team von Valentin. Er bringt sein Wissen aus der Fertigungsleitung einer in Stuttgart ansässigen Firma mit in die Gründung ein. In dieser Firma lernte Valentin auch Marcel kennen. Bei EVOLIME ist Marcel der Entwicklungsleiter, Thomas kümmert sich um den kaufmännischen Bereich und Valentin hat den Hut bei der Fertigung auf.

Die Idee: Durch einen Aufruf der Automobilindustrie entfacht

Die Idee zur Technologie von EVOLIME entstand im Jahr 2017. Auslöser war ein Aufruf der deutschen Automobilindustrie, nach Methoden und Verfahren zu suchen, leichte Automobilfelgen aus Faser-Kunststoff-Verbund (FKV) effizient, schnell und entsprechend kostengünstig herzustellen. Marcel, der ein ähnliches Thema bereits in seiner Promotion behandelte, begann daraufhin ein vollautomatisiertes Verfahren zu entwickeln. Gemeinsam mit Thomas und Valentin entstand der Gedanke, das Verfahren zu kommerzialisieren und an den Markt zu bringen. Aus Zulassungs- und Vermarktungsgründen entfernte sich das junge Startup aber von der Entwicklung einer Automobilfelge hin zu der Herstellung von Fahrradlaufrädern aus Faserkunststoffverbund. „Die Akzeptanz für den Werkstoff Carbon ist in der Radbranche wesentlich höher und das erleichtert uns den Einstieg“, erläutert Thomas.

Die Gründung: Hat sogar eine Cyberattacke überstanden

Im Gründungsprozess hat das Team inzwischen die ersten Prototypen entwickelt. Ermöglicht wurde dies durch eine Bundesförderung im Rahmen des EXIST-Programms. Durch den am IVW angesiedelten Forschungstransfer profitierten die Gründer von April 2019 bis zum Sommer 2021 davon. Durch die Förderung werden vier Personalstellen sowie Sachkosten finanziert. Trotz des guten Starts wurde das Team im März 2020 mit völlig unvorhersehbaren Hürden konfrontiert. Das Institut, in dem die Gründer zurzeit an ihrer Innovation arbeiten, wurde zum Opfer einer Cyberattacke direkt gefolgt vom ersten Corona-Lockdown. Die Vorfälle verlangsamten zwar den Fortschritt von EVOLIME, hatten aber auch etwas sehr Positives: die Gründer haben sich gemeinsam dieser Herausforderung gestellt und sie überwunden – eine Tatsache, die das Team zusammengeschweißt hat. Sie mussten lernen mit schwierigen Situationen umzugehen und werden davon wohl auch für den Rest ihrer Zusammenarbeit profitieren. Während der Gründung haben ihnen dabei auch die Gespräche mit dem Gründungsbüro der TU & HS Kaiserslautern und mit anderen Startups aus dem IVW sehr geholfen.

Die Innovation: Eine neue Technologie, die durch Automatisierung Zeit und Kosten reduziert

Die aktuelle Herstellung von Carbon-Laufrädern ist im Vergleich zur Herstellung von Lenker, Sattelstütze oder Fahrradrahmen sehr komplex und erfordert noch viele Arbeitsschritte, die von Hand durchgeführt werden. Das macht die Herstellung zeitintensiv und teuer. Hinter EVOLIME steht eine neue Technologie, mit der Radstrukturen aus Carbon oder anderen Faser-Kunststoffverbunden besonders schnell und effizient hergestellt werden können. Das System beruht auf einem Nasswickelverfahren, bei dem die Fasern automatisiert auf kleine Formteile aufgewickelt und dabei gleichzeitig zu Radstrukturen umgeformt werden. Zunächst stellt ein 3D-Drucker Formen aus ökologisch abbaubarem Kunststoff her, die auf einer rotierenden Werkzeugplatte mit einem Faserband umwickelt werden. Nachdem der Kunststoff ausgehärtet ist, werden die Formteile entfernt und die Speichen sind fertig.

Die Kunden: Ambitionierte Sportler und Profiteams aus der Fahrradbranche

Als Absatzmarkt strebt EVOLIME zunächst ganz klar die Fahrradbranche an. Dabei spricht EVOLIME sowohl Teams aus dem professionellen Bereich als auch ambitionierte Hobby-Sportler an. Der Werkstoff Carbon ist bei Rennrad- sowie Mountainbike-Laufrädern sehr gefragt. Sie kommen bei der Tour de France und auch bei MTB-Marathons zum Einsatz. Bei beiden Disziplinen ist ein extrem leichtes Sportgerät von Vorteil.

Die Vision: Das leichteste Laufrad der Welt entwickeln

„Unsere Vision ist es, das leichteste Laufrad der Welt zu entwickeln“, erzählt Thomas. Dazu muss das Team zunächst Akzeptanz am Fahrradmarkt erlangen. Dabei wird auf einen soliden Start mit Testkunden hingearbeitet, um auf dieser Basis weiterzuwachsen, Arbeitsplätze zu schaffen und ein attraktiver Arbeitgeber für sich und andere zu sein. Am Anfang wird EVOLIME mit einer Hand voll verschiedener Laufradtypen arbeiten, danach sollen ganze Produktreihen entstehen und internationales Sourcing soll im Vertrieb eine größere Rolle spielen.

So geht es weiter: Regionales Wachstum und Messebesuche sind geplant

Aktuell steht EVOLIME kurz vor der Marktreife, an der das Team nun seit zwei Jahren arbeitet. Ziel ist es, Vorserien im Sommer 2021 fertigzustellen und diese auf der globalen Messe EUROBIKE einem breiten Publikum vorzustellen. Die Gründer von EVOLIME fühlen sich in der hiesigen Region sehr wohl und schätzen die Studien- und Arbeitsbedingungen. So soll der neue Firmensitz in Freinsheim an die Weinstraße errichtet werden. Finanziell ist ein organisches Wachstum geplant und alle Anteile sollen, ohne Venture Capital, bei den Gründern bleiben.


Der Rat von EVOLIME für Gründer:innen von heute…

Eine offene Fehlerkultur ist absolut wichtig. Insbesondere, wenn man im Team gründet muss man Fehler verzeihen können und weitermachen. Außerdem muss man von der Idee mit der man gründen möchte überzeugt sein: „Verfolgt eure Idee vehement, aber bleibt trotzdem kritisch.“

Mehr über EVOLIME erfährst Du auf ihrer Homepage und Social Media:

@EVOLIME – Radial Composites
@EVOLIME GmbH

Evolime

From Science to Startup

From Science to Startup

Aus dem Prinzip der Bioökonomie entsteht das Startup Knärzje!

Wir zeigen durch Rolemodels aus der Praxis verknüpft mit dem KnowHow der Wissenschaft, welche Möglichkeiten sich aus Deinem Studium oder Deiner Promotion entwickeln können. Denn aus jeder Fachrichtung kannst Du das Potential für die Verwirklichung Deiner Ideen schöpfen.

Den Anfang macht das interdisziplinäre Gebiet der Bioökonomie, welches Du beispielsweise in den Fachgebieten Biologie, Chemie sowie Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften antriffst. Bioökonomie ist ein auf nachwachsenden Rohstoffen basierendes Wirtschaftssystem, das eine wichtige Rolle für die Erhaltung unserer zukünftigen Ressourcen spielt.

Auf Seiten der Forschung wird Dir Dr. Michael Lakatos die Forschungsgebiete und Anwendungen in der Bioökonomie aufzeigen. Lakatos ist Forscher an der Hochschule Kaiserslautern und Koordinator mehrere DFG / BMBF / EU Forschungsprojekte im Kontext der Bioökonomie und läutet mit einer neuen Bioverfahrenstechnik einen Paradigmenwechsel in der Algenbiotechnologie ein.

Aus der Praxis wird Daniel Anthes, CEO des Startups Knärzje, übernehmen und seine Geschichte erzählen. Anthes braut mit seinem Team Bier aus alten Brot und kämpft so durch bioökonomische Prinzipien gegen die Lebensmittelverschwendung an. Gleichzeitig hat er mit dem Brotbier ein neues Produkt auf den Markt gebracht ohne weitere Ressourcen zu beanspruchen.

Bist Du dabei und lernst wie Du unser aller Zukunft mitgestalten kannst?

insight.out

insight.out

Das Startup verbindet in der testbasierten Diagnostik psychologische Auswertungen mit den Vorteilen der Digitalisierung:

„Wir wollen weiterwachsen und die Diagnostik verbessern“, Andreas Schneider, insight.out.

Die Gründer: Ein interdisziplinäres Team aus der Wissenschaft

Die vier Gründer von insight.out sind Dr. Franca Rupprecht, Andreas Schneider, Jan Spilski und Matthias Streuber. Sie haben sich durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) kennengelernt. Mit in die Gründung bringen sie Expertise aus den Bereichen Informatik, Psychologie und den Wirtschaftsingenieurwissenschaften, um die Zukunft der Testverfahren in der Diagnostik digital zu gestalten.

Die Idee: Aus Rupprecht‘s Promotion entstanden

Die Gründungsidee hat sich während der Promotion zur Mensch-Maschine-Interaktion von Franca Rupprecht, in gemeinsamen Projekten mit Andreas Schneider entwickelt. In einem dieser Projekte sind sie auf das Thema psychologische Testverfahren aufmerksam geworden. Zu diesem Zeitpunkt kam der dritte Gründer, Jan Spilski (Dipl.-Psych.), mit ins Spiel und das Team stellte fest, dass die Tests bislang nur in Papierform in Praxen vorlagen. So begann die Digitalisierung der Tests und die Gründer fanden heraus, dass genau an der Schnittstelle von analog zu digital ein sehr großer, noch nicht befriedigter, Bedarf ist. Diese Lücke möchte insight.out mit der eHealth-Plattform „test.box“ schließen. Auf dieser können Mediziner und Therapeuten psychologische Testverfahren durchführen und zu jeder Zeit darauf zugreifen. Die Tests werden auf der Plattform automatisch ausgewertet und visuell aufbereitet. Um zu einem umfassenden Bild des Patienten zu gelangen, besteht die Möglichkeit zusätzliche Daten über die Person zu erfassen.

Die Gründung: Schneider‘s Motivation und Spilski‘s Inspiration waren der Motor

Mitte 2018 kam von Andreas Schneider der erste Impuls zur Gründung. Schrittweise entstand Kontakt zum Gründungsbüro TU & HS Kaiserslautern und zum Business + Innovation Center Kaiserslautern, von denen die Gründungsinteressierten Hilfe bekamen und beraten wurden. Schneider und Rupprecht hatten dabei den Vorteil, dass sie an der TU Kaiserslautern angestellt waren und so nach der Arbeit im gemeinsamen Büro an ihrer Idee tüftelten. Der Entschluss zur Gründung wurde Anfang 2019 von Rupprecht, Schneider und Spilski gefasst. Der vierte im Bunde, Matthias Streuber, arbeitete nach seinem Abschluss an der TUK zunächst als Informatiker bei einem Kaiserslauterer Software-Unternehmen, verließ dieses aber, um mit seinen in der Praxis erweiterten Kompetenzen, seine beiden ehemaligen Kommilitonen zu unterstützen. Mit der Frage „Wie geht es jetzt weiter und wer bezahlt mir eigentlich die Brötchen?“, ist das Team erneut an das Gründungsbüro herangetreten. Mit der Hilfe von Katharina Neitzel hat das Team sich auf ein EXIST-Gründerstipendium beworben und erhalten. Das Förderprogramm wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgegeben und sichert den Gründern über ein Jahr den Lebensunterhalt, finanziert Sachausgaben und Coachings.

Die Innovation: Von Stift und Papier zur digitalen All-in-one-Lösung

Das bisher in der Diagnostik übliche Stift-und-Papier-Verfahren nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und oftmals sind Testunterlagen, die gerade gebraucht werden, nicht greifbar. Durch das Schaffen der Plattform „test.box“ ist alles an einem Ort verfügbar und die Durchführung der Tests ist mit wenigen Klicks auf jedem Endgerät möglich. Die automatisierte Auswertung führt zu einem enormen Zeitersparnis. Testungen über die Distanz und bei den Patienten zu Hause sind so ohne größere Lizenzen oder Abonnements möglich. Dies führt dazu, dass Kosten eingespart werden, der Therapeut Zeit für die eigentliche Behandlung am Patienten gewinnt und das Angebot von insight.out auch für kleine Praxen erschwinglich ist.

Die Kunden: Erstrecken sich durch die gesamte Gesundheitsbranche

Der Bedarf ist groß und beginnt in der Psychosomatik, bis hin zu Praxen der Ergotherapie, im Bildungswesen und in der Pharmazie. Der Fokus liegt auf Kunden in der Medizinbranche, Psychologen, Psychotherapeuten und der großen Gruppe der Gesundheitsberufe wie Ergotherapeuten, Logopäden oder Lerntherapeuten. Alle die eine fundierte Diagnostik durchführen möchten, um ihre Therapie zu verbessern sind bei dem Startup an der richtigen Adresse.

Die Vision: Einen ganzheitlichen Prozess etablieren, statt Einzellösungen

insight.out möchte die bestmögliche Diagnostik, bezahlbar und qualitativ hochwertig, bis in die kleinste Praxis bringen. Dabei verfolgen sie einen ganzheitlichen Gedanken, von der Testentwicklung bei den Forschenden bis hin zum Patienten, der wissen und verstehen muss was mit seinen Daten passiert und wie diese erfasst werden. Langfristig sieht das Startup sich nicht nur in der Diagnostik, sondern auch in der Intervention und Prävention. So soll der Übergang vom reinen Fragebogentest in komplexere Testverfahren ausgeweitet werden, um noch mehr Erkenntnisse ableiten zu können.

So geht es weiter: 2021 sind der Produkt-Release und die erste Finanzierungsrunde geplant

insight.out besteht heute aus einem zehnköpfigem, interdisziplinärem Team aus Informatikern und Sozialwissenschaftlern und Psychologen. Gemeinsam entwickeln sie die „test.box“ weiter und arbeiten an Datenschutzkonzepten und der erhöhten Datensicherheit, die Medizinprodukte verlangen. Im Jahr 2021 stehen dem Startup zwei große Schritte bevor. Zum einen der Produkt-Release, denn zurzeit befindet sich die „test.box“ noch in der Betaphase und die erste größere Finanzierungsrunde. Einen großen Innovationsschub wird auch die geplante Einbindung neuer Technologien, wie Eyetracker und Sensorikstifte, bringen.


Der Rat von insight.out für Gründer:innen von heute…

Patentrezepte für eine Gründung gibt es nicht, jeder Fall ist individuell. Man sollte möglichst früh zum Kunden gehen und folgendes hinterfragen: „Wird das, was ich entwickele überhaupt gebraucht, schafft es Mehrwert und kann es bestehen?“. Am besten fokussiert man sich auf eine Sache und macht nicht alles gleichzeitig.

Mehr über insight.out erfährst Du auf ihrer Homepage und Social Media:

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Moneytalk – Wie finanziere ich mein Startup?

Moneytalk – Wie finanziere ich mein Startup?

Antworten liefern die Experten der Startup Schmiede Rheinland-Pfalz

Du hast eine Idee oder sogar schon ein Team und bist im Aufbau Deiner Selbstständigkeit? Dann wird dich schon seit Längerem das Thema Finanzierung umtreiben. Reicht Dein Erspartes für die Gründung oder kommst du mit Bootstrapping über die Runden? Vielleicht schaffst du es in Deinem aktuellen Job weiterzuarbeiten und parallel ein Startup aufzubauen. Aber wie geht es mit der Finanzierung weiter, wenn die genannten Möglichkeiten keine Option mehr sind?

Good News: es gibt Möglichkeiten und das Risiko ist gering, sodass deine Ängste sich in Grenzen halten dürfen. Wie eine externe Finanzierung funktioniert und warum das Ganze durchaus für jeden machbar ist erklären dir Brigitte Herrmann und Klaus Wächter von der Startup Schmiede Rheinland-Pfalz.

Klaus Wächter ist Vorsitzender des Business Angels Rheinland-Pfalz, Scout des High-Tech-Gründerfonds und Entwickler des „Startup-Canvas-Sale“. Brigitte Herrmann bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung aus der Sparte Venture Capital, Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz mit und hat über 1000 Unternehmensbeteiligungen begleitet. Mit ihrem geballten Wissen können diese beiden Experten Dir Deine Fragen beantworten und Dir einige Deiner Ängste nehmen.

Um sicherzugehen, dass die relevantesten Fragen gestellt werden und an der richtigen Stelle nachgehakt wird haben wir Startup-Coach Andreas Herzog als Moderator eingeladen.

viamon Gmbh

viamon Gmbh

Das Startup viamon produziert einen sensorbasierten Diebstahlschutz und sichert damit Photovoltaik-Anlagen weltweit, im Wert von ca. 1,5 Milliarden Euro. „Glaub an Dich, Dein Projekt und Deine Firma und gib niemals auf!“, Oliver Strecke, viamon GmbH.

Das Gründerteam: Als Lebenspartner zum eigenen Business

Durch seine Partnerin inspiriert hat es Oliver Strecke bereits 2004 in die Selbstständigkeit verschlagen. Er ist gelernter Schlosser und studierter Wirtschaftsingenieur mit einem Abschluss an der Hochschule Kaiserslautern. Basierend auf diesem Abschluss gründete er zunächst das Ingenieurbüro Browsertec. Mit seinen Erfahrungen aus dieser Unternehmung folgte nach einiger Marktforschung, Finanzplanung und Durchführung von Pilotprojekten in Namibia, Deutschland und der Schweiz, 2013 die Gründung der viamon GmbH. Seine Frau und Co-Founderin, Christina Strecke, hat Oliver Strecke dabei von Anfang an durch ihre Erfahrungen als Gründerin und Webdesignerin unterstützt.

Die Idee: Inspiriert durch ein beiläufiges Gespräch

Die Unternehmens-Idee entwickelte sich durch die Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Versicherungswirtschaft. Aus reinem Zufall ergab sich ein Gespräch über den Missstand der Sicherung von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen). Bislang gab es keinerlei Systeme zur Sicherung der Anlagen, so dass in der Vergangenheit bis zu 20 Kilogramm schwere Solarmodule entwendet wurden, ohne die Möglichkeit auf eine effiziente Verfolgung des Diebesguts. Nach einer langen Prüfung der Zukunftsfähigkeit und Skalierbarkeit des Solarmarktes, begann Strecke sein eigenes Sicherheits-System zu entwickeln. Nach seinen eigenen Worten hat er sich zuvor niemals in der Solarindustrie gesehen, aber ganz sicher als Selbstständiger und so diese, sich zufällig ergebende, Chance genutzt.

Die Gründung: Ein leeres Büro und ein Kopf voller Ideen

Nachdem klar war, dass die Herstellung von Sicherheitssystemen für PV-Analgen ein zukunftsfähiger Markt ist, begann Oliver Strecke ein Team zusammenzustellen und ein eigenes Produkt zu entwickeln. Strecke und sein Team begannen mit einem leeren Büro und einem Kopf voller Ideen. Dabei hat die Gründung der viamon GmbH etwa drei Jahre gedauert und war von Messebesuchen, der Suche nach Finanzierungen und dem Ausarbeiten von verschiedenen Businessplänen geprägt. Über Allem stand der intrinsische Antrieb, in die Freiheit der Selbstständigkeit einzutauchen. So richtig in die Gänge kam das Vorhaben mit der Unterschrift unter dem ersten Darlehensvertrag, der den finanziellen Start ermöglichte. Dabei waren für Strecke die Gründungsgeschichten der Firmen „Mobotix“ und „Wipotec“ eine große Inspiration.

Die Innovation: First Mover ohne Fast Follower

„Unternehmertum heißt für mich, Probleme erkennen und lösen, dort wo es noch keiner macht“, erzählt Strecke. Tatsächlich ist die viamon GmbH im Bereich der Sicherheitstechnik für PV-Anlagen bis heute der „First Mover“ und hat noch keinen „Fast Follower“ zu verzeichnen. Es gibt zwar andere Wettbewerber, aber diese stellen Einzelkomponenten wie Kameratechnik, Infrarottechnik- und Lasertechnik her. Die viamon GmbH hat sich derzeit als einziger Full-Service-Objektschützer etabliert und somit sind Strecke und sein Team die einzigen, die Solarmodule, Wechselrichter und Kabel inklusive der Alarmverfolgung und Aufklärung der gesamten PV-Anlage schützen. Das Herzstück des Unternehmens ist das hauseigene TRAPS-System. TRAPS bedeutet Theft, Recon und Access Protection System. Das System dient der Täter-Abschreckung, der Aufdeckung und Aufklärung der Sicherheitslage rund um den Diebstahlversuch sowie der weltweiten Täterverfolgung. So bekommt ein Solarparkinhaber den gesamten Objektschutz aus einer Hand und mit viamon einen Partner, der langfristig an dem Gesamtkonzept arbeitet.

Die Kunden: Kommen immer aus zwei Lagern

Bei jedem zu versichernden Solarpark gibt es mindestens drei Kundensparten: die Finanzinvestoren, die Errichter des Solarparks und die Anlagenbetreuer, welche für die ganze Betriebsphase meist 20 bis 25 Jahre zuständig sind. Dadurch ergibt sich auch bei jeder Abwicklung ein komplexes Vertragsverhältnis, in welchem Oliver Strecke mit den jeweiligen Parteien kooperieren und zwischen ihnen vermitteln muss. Schließlich baut und verwaltet nicht der Investor den Park, sondern er kauft einen fertigen Park oder beauftragt eine Firma diesen zu bauen und setzt einen Anlagenbetreuer ein. Die Firma, welche den Bauauftrag erhält, kauft wiederum das Sicherheitssystem.

Die Vision: Ein neues Projekt starten, sobald viamon zur Cashcow wird

Oliver Strecke möchte seine Firma auf den Weg zur Marktführerschaft bringen, was ein zehnfaches Wachstum bedeutet. Dabei ist sein persönliches Ziel allerdings von anderer Natur. Er möchte irgendwann auf dem Weg zum Erfolg eine andere Abzweigung nehmen und aus der Firma aussteigen. Strecke sieht sein Talent und seinen persönlichen Spaßfaktor darin, eine Firma aufzubauen und durch die kritische Phase zu bringen. Wenn viamon in das Stadium der Cashcow übergeht und erheblichen Gewinn abwirft, dann soll ein neuer Geschäftsführer das Wachstum weiter vorantreiben. Ab diesem Zeitpunkt möchte Strecke mit einigen Mitarbeiter:innen etwas Neues gründen und sogar den Schritt in einen völlig anderen Markt wagen.

So geht es weiter: Wachstum und eine neue Wirkungsstätte sind geplant

Die viamon GmbH versichert mittlerweile Solaranlagen im Wert von 1,5 Milliarden Euro und der Anlagenbau reißt nicht ab. Die Firma besteht jetzt seit acht Jahren und Oliver Strecke ist an einem Punkt, an dem er mit seiner Firma stabile Gewinne erzielt. Damit das so bleibt, arbeitet er bereits jetzt am Businessplan für das Jahr 2023. Insgesamt hat die Firma 20 Mitarbeiter:innen, für die es in den jetzigen Räumlichkeiten langsam eng wird. Somit ist es nicht verwunderlich, dass das nächste große Projekt der Auszug aus dem Business + Innovation Center Kaiserslautern (BIC) ist. Jetzt müssen eigene Bürogebäude mit angeschlossenen Lagermöglichkeiten her. Dieses Unterfangen kalkuliert Strecke mit einer Millioneninvestition. Neben dem Umzug plant er auch die Anteile von viamon am Solarmarkt zu erhöhen, denn zurzeit verzeichnet dieser ein Wachstum von 10 bis 20 Prozent, von welchem der Firma jedoch lediglich ein Anteil von zwei bis drei Prozent zufällt.
  Der Rat von Oliver Strecke für Gründer:innen von heute… Man sollte vertrieblich unterwegs sein, fremde Türen aufmachen und ganz klassisch, oder eben digital, Klinken putzen. So findet man heraus, wer das angebotene Produkt haben möchte. Momentan ist die Zeit zum Gründen perfekt, denn das Geld ist sehr billig: „Zum Gründen braucht man immer Geld und damit sollte man sich komfortabel fühlen, denn man muss es auch ausgeben.“

Mehr über die viamon GmbH erfährst Du auf ihrer Homepage und auf ihren Social Media
@viamon GmbH
@viamon_gmbh
@viamon GmbH